Bewerbungsschreiben am Laptop erstellen – Professionelles Anschreiben verfassen

Bewerbungsschreiben: Aufbau, Muster und Formulierungen (2026)

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bewerbungsschreiben besteht aus Absender, Empfänger, Datum, Betreffzeile, Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss und Unterschrift.
  • Das Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.
  • Die DIN 5008 gibt klare Vorgaben, etwa für Seitenränder und die Betreffzeile, und sorgt für ein professionelles Layout.
  • Eine persönliche Anrede mit Namen wirkt deutlich stärker als ein neutrales "Sehr geehrte Damen und Herren".
  • Vermeide leere Floskeln und stelle stattdessen einen konkreten Bezug zwischen deinen Qualifikationen und der Stelle her.

Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben ist deine Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch. Während der Lebenslauf die Fakten liefert, zeigt das Anschreiben, warum genau du zur Stelle und zum Unternehmen passt. Doch wie ist ein Bewerbungsanschreiben aufgebaut, was gehört in Betreffzeile, Hauptteil und Schluss, und welche Formulierungen kommen gut an? In diesem Ratgeber bekommst du den kompletten Aufbau, ein Muster, konkrete Formulierungen und die häufigsten Fehler. So schreibst du eine Bewerbung, die im Gedächtnis bleibt. Passende Stellen für deine nächste Bewerbung findest du jederzeit in der Jobbörse von meinestelle.de.

Renate Wienkoop Veröffentlicht: 11.07.2026 7 Min. Lesezeit
Person erstellt ein digitales Bewerbungsschreiben am Laptop mit virtuellen Dokumenten für eine professionelle Online-Bewerbung

Wie ist ein Bewerbungsschreiben aufgebaut?

Ein gutes Anschreiben folgt einer klaren Struktur. Diese Reihenfolge hat sich bewährt und entspricht den Vorgaben der DIN 5008, der Norm für Schriftstücke im Geschäftsverkehr. So findet sich jeder Personaler sofort zurecht.

BestandteilInhaltHinweis
Absenderdein Name, Anschrift, Telefon, E-Mailoben, oft im Briefkopf
EmpfängerUnternehmen, Ansprechpartner, Adressekonkrete Person recherchieren
DatumOrt und Datumrechtsbündig oder unter dem Empfänger
BetreffzeileBezug zur Stelleohne das Wort "Betreff"
Anredepersönlich mit Namenbesser als "Sehr geehrte Damen und Herren"
EinleitungAufhänger, warum diese Stellekein 08/15-Standardsatz
HauptteilQualifikationen und Motivationmit Bezug zur Stellenanzeige
SchlussGesprächswunsch, Verfügbarkeitselbstbewusst formulieren
Grußformel und Unterschrift"Mit freundlichen Grüßen", Namemit eingescannter Unterschrift

Das gesamte Bewerbungsschreiben sollte auf eine DIN-A4-Seite passen. Wer mehr schreibt, verliert schnell die Aufmerksamkeit der Personalabteilung. Konzentriere dich also auf das Wesentliche.

Layout nach DIN 5008: Seitenränder, Betreffzeile und Anrede

Die DIN 5008 ist keine Pflicht, gibt deinem Anschreiben aber eine saubere, professionelle Struktur. An diesen Eckwerten kannst du dich orientieren:

  • Seitenränder: oben rund 4,5 Zentimeter, links 2,5 Zentimeter und rechts 2,0 Zentimeter.
  • Betreffzeile: Sie darf durch eine etwas größere Schrift hervorgehoben werden. Das Wort "Betreff" ist veraltet und entfällt. Die Betreffzeile sollte nicht länger als eine Zeile sein, bei Bedarf nutzt du darunter eine kleinere Bezugszeile.
  • Anrede: Zwischen Betreff und Anrede stehen zwei Leerzeilen. Nach der Anrede folgt ein Komma und eine Leerzeile. Eine persönliche Anrede wie "Sehr geehrte Frau Müller" ist immer besser als die neutrale Variante.
  • Absätze: Trenne die Sinnabschnitte durch eine Leerzeile, das erhöht die Übersichtlichkeit.
  • Grußformel: "Mit freundlichen Grüßen" hat sich als Standard etabliert.

Egal ob klassisch oder modern gestaltet: Wichtig ist ein ruhiges, gut lesbares Layout. Ein modernes Bewerbungsschreiben darf dezente Designelemente enthalten, sollte aber nie unübersichtlich werden. Achte auf eine einheitliche Optik von Anschreiben, Lebenslauf und Deckblatt.

Einleitung, Hauptteil und Schluss: So füllst du die Abschnitte

Der inhaltliche Kern entscheidet, ob du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Hier kommt es auf den richtigen Aufbau und konkrete Formulierungen an.

Die Einleitung soll neugierig machen. Verzichte auf den abgenutzten Satz "Hiermit bewerbe ich mich". Steige stattdessen mit einem konkreten Bezug ein, etwa warum dich genau diese Stelle reizt oder welche Erfahrung dich besonders qualifiziert.

Der Hauptteil ist das Herzstück. Hier zeigst du, dass deine Qualifikationen zur Stelle passen. Gehe so vor:

  • Bezug zur Stellenanzeige: Greife zwei bis drei zentrale Anforderungen auf und belege sie mit deinen Erfahrungen.
  • Konkrete Beispiele: Statt nur "teamfähig" zu behaupten, nenne ein Projekt oder eine Situation, die es zeigt.
  • Motivation: Erkläre, warum du zu diesem Unternehmen willst, und beziehe dich auf Werte, Produkte oder Projekte.
  • Mehrwert: Mache deutlich, was das Unternehmen von dir hat, nicht nur, was du dir wünschst.

Der Schluss sollte selbstbewusst sein. Formuliere einen klaren Gesprächswunsch, nenne deinen frühestmöglichen Eintrittstermin und, falls in der Anzeige gefordert, deine Gehaltsvorstellung. Vermeide den Konjunktiv. Schreibe lieber "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch" statt "Ich würde mich freuen".

Eine bewährte Verteilung der Inhalte auf der Seite kann so aussehen:

AbschnittUmfang (Orientierung)
Einleitung2 bis 3 Sätze
Hauptteil2 bis 3 Absätze
Schluss2 bis 3 Sätze

Muster-Formulierungen und häufige Fehler

Gute Formulierungen wirken konkret und selbstbewusst. Hier ein paar Beispiele, an denen du dich orientieren kannst:

  • Einleitung: "Ihre ausgeschriebene Stelle als [Position] hat mich sofort angesprochen, weil ich in den letzten Jahren genau in diesem Bereich gearbeitet habe."
  • Hauptteil: "In meiner aktuellen Position verantworte ich [Aufgabe], dabei konnte ich [konkretes Ergebnis] erreichen."
  • Motivation: "Besonders reizt mich an Ihrem Unternehmen [konkreter Aspekt], weil er gut zu meiner Erfahrung in [Bereich] passt."
  • Schluss: "Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr. Mein frühestmöglicher Eintrittstermin ist [Datum]."

Diese Fehler solltest du dagegen unbedingt vermeiden:

  • Leere Floskeln: Sätze wie "Ich bin motiviert und teamfähig" ohne Beleg überzeugen niemanden.
  • Standardanschreiben: Ein nicht angepasstes Muster fällt sofort auf. Personalisiere jede Bewerbung.
  • Rechtschreibfehler: Lass dein Anschreiben gegenlesen, Fehler wirken nachlässig.
  • Falscher Ansprechpartner: Recherchiere den richtigen Namen, das wirkt professionell.
  • Zu lang: Mehr als eine Seite ist zu viel. Streiche, was nicht zur Stelle passt.
  • Lebenslauf wiederholen: Das Anschreiben ergänzt den Lebenslauf, statt ihn zu kopieren.

Wenn du eine Vorlage als PDF oder Word nutzt, passe sie immer individuell an. Eine Vorlage ist ein guter Startpunkt, niemals aber die fertige Bewerbung.

Häufige Fragen zum Bewerbungsschreiben (FAQ)

Wie lang sollte ein Bewerbungsschreiben sein? Ein Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Konzentriere dich auf die wichtigsten Qualifikationen und deine Motivation, statt alle Details aus dem Lebenslauf zu wiederholen.

Was gehört in die Betreffzeile? In die Betreffzeile gehört der konkrete Bezug zur Stelle, etwa die genaue Bezeichnung und eine Referenznummer, falls vorhanden. Das veraltete Wort "Betreff" lässt du weg. Die Zeile darf etwas größer hervorgehoben werden.

Wie spreche ich den Empfänger richtig an? Am besten persönlich mit Namen, zum Beispiel "Sehr geehrte Frau Müller". Recherchiere den Ansprechpartner in der Stellenanzeige oder auf der Unternehmenswebsite. Nur wenn das nicht möglich ist, nutze "Sehr geehrte Damen und Herren".

Brauche ich eine Unterschrift unter dem Anschreiben? Ja, eine Unterschrift wirkt persönlich und verbindlich. Bei einer digitalen Bewerbung fügst du eine eingescannte Unterschrift über deinem getippten Namen ein.

Wie vermeide ich Floskeln im Anschreiben? Belege jede Eigenschaft mit einem konkreten Beispiel. Statt nur "Ich bin zuverlässig" zu schreiben, nenne eine Situation, in der du Verantwortung übernommen hast. So wirkt dein Bewerbungsanschreiben glaubwürdig.

Muss ich mich an die DIN 5008 halten? Die DIN 5008 ist keine Pflicht, sorgt aber für ein sauberes, professionelles Layout. Wer sich an die Vorgaben zu Seitenrändern, Betreffzeile und Aufbau hält, hinterlässt einen ordentlichen ersten Eindruck.

Fazit

Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben folgt einem klaren Aufbau aus Absender, Empfänger, Betreffzeile, Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss und Unterschrift, passt auf eine Seite und orientiert sich an der DIN 5008. Entscheidend ist der konkrete Bezug zur Stelle: Belege deine Qualifikationen mit Beispielen, vermeide Floskeln und formuliere selbstbewusst. Nutze ein Muster nur als Startpunkt und personalisiere jede Bewerbung. So überzeugst du und kommst dem Vorstellungsgespräch ein großes Stück näher.

Quellen

  • Indeed Karriere-Guide: Anschreiben nach DIN 5008, Informationen und Muster — de.indeed.com
  • Karrierebibel: Bewerbung nach DIN 5008, die wichtigsten Regeln — karrierebibel.de
  • LiveCareer: DIN 5008 in der Bewerbung, Norm, Muster, Regeln und Tipps — livecareer.de
  • Workwise Karriereguide: DIN 5008 Bewerbung mit Aufbau und Vorlage — workwise.io
  • Bewerbungs-Schreiber: Anschreiben Muster und Vorlage — bewerbungs-schreiber.de

Stand: Juni 2026. Die genannten Layout-Werte und Formulierungen sind Orientierungshilfen. Passe dein Anschreiben immer an die jeweilige Stelle und das Unternehmen an.

Weiterlesen im Magazin:

Infografik zum Aufbau eines überzeugenden Bewerbungsschreibens mit Struktur, Layout, Einleitung, Hauptteil, Betreffzeile und Formulierungen

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